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StartseiteArbeitsfelderFriedensarbeitDekade Gewalt überwindenEntschließung zur ökumenischen Dekade

Gewalt überwinden


Entschließung der 12. Landessynode


"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" (Römer 12,21).


Gemeinsam mit allen Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirche steht die Evangelische Landeskirche in Württemberg am Beginn der Ökumenischen Dekade "Gewalt überwinden" (2001-2010). Dieses Thema berührt zentrale Fragen unseres Glaubens:


Wie kann uns unser Glaube stärken, Konflikte - innerhalb und außerhalb unserer Kirche - wahrzunehmen, auszuhalten und konstruktiv auszutragen?

Wie können wir in unserer Kirche dafür Raum schaffen, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen von Gewalt angenommen fühlen?

Wie hilft uns das Evangelium, Unrecht und Gewalt nicht mit Gewalt zu beantworten und trotzdem Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen?

Welche Konsequenzen hat das Versöhnungshandeln Gottes in Jesus Christus auf den Auftrag der Christen und der Kirche in der Welt?

Wir danken allen Gemeinden, Gruppen und Einzelnen, die sich die Überwindung von Gewalt in ganz unterschiedlichen Bereichen zur Aufgabe gemacht haben:

die sich für die Überwindung von Gewalt gegen Frauen und Kinder einsetzen

allen, die sich um die Überwindung von Gewalt in der Erziehung und unter Jugendlichen bemühen

allen, die aufstehen gegen jede Form von Antisemitismus, von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und dabei Zivilcourage zeigen

allen, die Alternativen entwickeln zu militärischen Konfliktlösungen und die um eine neue christliche Friedensethik ringen

allen, die Widerstand leisten gegen die fortschreitende Zerstörung der Schöpfung und gegen Manipulation am Anfang und Ende menschlichen Lebens

allen, die im Zeitalter der Globalisierung an der Überwindung wirtschaftlicher Gewalt gegenüber den Armen arbeiten und den Opfern zur Seite stehen.

Sie alle tragen dazu bei, dass das Zeugnis der Kirche Gestalt gewinnt.

Wir sind uns bewusst, dass sowohl Kirchen als auch einzelne Christen und Christinnen oft Gewalt gebilligt oder selbst ausgeübt haben und damit gegenüber dem biblischen Gebot der Nächsten- und Feindesliebe versagt haben. Daher wollen wir den eigenen Anteil an der Gewalt in der Welt und in der Geschichte der Kirche theologisch aufarbeiten. Wir suchen nach Wegen, um in Lehre, Verkündigung und Unterricht die apostolische Mahnung "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" (Röm 12,21) zu konkretisieren. Unser Glaube an den Gott des Friedens und der Versöhnung gilt es neu zu buchstabieren im Angesicht heutiger Fragestellungen.

Die Ökumenische Dekade "Gewalt überwinden" hat in unserer Landeskirche begonnen mit der Initiative "Verbündete Kirche - Gewalt an Frauen und Mädchen wahrnehmen und überwinden", die seit 1999 in unserer Landeskirche durchgeführt wird.

Wir bitten alle Gemeinden, Einrichtungen und Gruppen in unserer Landeskirche, sich an dieser Dekade zu beteiligen und vor Ort die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen sowie anderen gesellschaftlichen Gruppierungen zu suchen. Dabei lassen sich die Anliegen der Ökumenischen Dekade mit denen der Dekade der Vereinten Nationen "Für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit für die Kinder der Welt" (2001 bis 2010) miteinander verknüpfen.

Wir wissen, dass unsere Bemühungen die menschenverachtende Gewalt, den Krieg und den Hass in der Welt nicht beenden können. Das Ende der Dekade wird nicht das Ende der Gewalt bedeuten. Aber wir wollen als Kirche im Namen des dreieinigen Gottes unseren Anteil dazu leisten, "dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen" (Ps 85,12).


Weiterführende Links

Ökumenische Dekade „Gewalt überwinden“ (weltweit)

www.dekade-gewalt-ueberwinden.de


Downloads

Text der Entschließung "Dekade Gewalt überwinden"

[PDF, 120 KB]


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