"Unser tägliches Brot gib uns heute"
Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes
Die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes fand vom 20. bis zum 27. Juli 2010 in Stuttgart statt. Das Thema lautete "unser tägliches Brot gib uns heute".LWB-Vollversammlung beendet

Mit einem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche ist die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) zuende gegangen. Im Mittelpunkt des Abschlussgottesdienstes stand die Einsegnung des neuen Präsidenten Munib Younan und des 48-köpfigen Rates. Zum Rat des LWB gehört auch der württembergische evangelische Landesbischof, Frank Otfried July. In ihrer Predigt sagte eine Geistliche aus Taiwan, dass die Vaterunser-Bitte "Unser tägliches Brot gib uns heute" nicht nur Nahrung bedeute, sondern auch ein Zuhause, Freunde, Familie und ieles mehr. Dies alles werde den Menschen zur Verfügung gestellt, damit sie es teilten. Christen sollten sich für Gerechtigkeit in der Welt einsetzen - immer und immer wieder.
Aktuelle Meldungen von der Vollversammlung
LWB-Vollversammlung verabschiedet ihre Botschaft

Die Delegierten des Lutherischen Weltbundes haben am 27. Juli in ihrer abschließenden Botschaft betont, dass sie dankbar für ihre Mitmenschen sein wollen und das, was sie empfangen haben, mit den Menschen in ihrem Umfeld teilen wollen. Dies beinhalte neben materiellen Gütern auch das Teilen von Wissen und Know-how. Auch wollen die Delegierten die Umwelt achten, so dass künftige Generationen die Früchte der Schöpfung genießen können. Auch will die Vollversammlung Geschlechtergerechtigkeit in ihren Mitgliedskirchen noch bessser unterstützen und Behinderte in Kirche und Gesellschaft besser einbeziehen. Darüber hinaus wendet sich die Vollversammlung gegen alle Formen des Menschenhandels und der Vermarktung des menschlichen Körpers. „Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse – einige leiden unter physischem Hunger und Missbrauch, andere unter spirituellem Hunger und Vernachlässigung“, heißt es in der Abschlusserklärung weiter. Die Vollversammlung fordert, die Geschlechtergerechtigkeit als Thema in das Theologiestudium aufzunehmen, sich zur Inklusivität zu bekennen. Zur Ernährungsgerechtigkeit beschloss die Vollversammlung, sich über die Dynamik der Nahrungsmittelproduktion in der globalisierten Welt zu informieren. Kirchen sollen das Bewusstsein für HIV stärken, gegen Stigmatisierung und Marginalisierung kämpfen und die Integration von HIV-positiven Menschen in Kirche und Gesellschaft gewährleisten. Vorbeugung, Behandlung und Betreuung müssten gleiche Priorität haben. Auch forderten die Lutheraner aus aller Welt eine einheitliche Politik und Praktiken für ethische Investitionen, eine Einkaufspolitik, die ökologisch und sozial verantwortlich ist, CO2-neutrales Eventmanagement, das Nutzen umweltverträglicher Verkehrsmittel und vieles mehr. Die Vollversammlung rief den Lutherischen Weltbund und seine Mitgliedskirchen dazu auf, sich für den Erlass illegitimer Schulden einzusetzen, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und das Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen. Die Klimakrise und Fragen der Nachhaltigkeit könnten Anstoß geben für mehr Verständnis untereinander. Dies drücke sich auch in gemeinschaftlichem Handeln aus. Der LWB und seine Mitgliedskirchen sollten sich hñrbar und prophetisch für diese Themen einsetzen.
Positives Fazit

Dass der Lutherische Weltbund in Stuttgart zu Gast gewesen war, sein ein großes Ereignis für die Evangelische Landeskirche in Württemberg gewesen, sagte Landesbischof Frank Otfried July vor Journalisten zum Abschluss der LWB-Vollversammlung. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten anerkennend vom “Geist Stuttgarts” gesprochen. Die Versöhnung mit den Mennoniten habe die Tradition des Stuttgarter Schuldbekenntnisses fortgesetzt. Der Besuch von Delegierten in den Kirchengemeinden habe dort für neue Impulse gesorgt – und die Gemeinden selbst hätten die Vollversammlung die gesamte Zeit über begleitet. Der scheidende Präsident des Lutherischen Weltbundes, Mark S. Hanson, betonte, dass die gesamte Tagung eine Gebetsversammlung gewesen sei. Nicht nur des Mottos wegen, die aus dem Vaterunser stammende Bitte um das tägliche Brot, sondern auch, weil Gebet ein wesentlicher Bestandteil der Vollversammlung gewesen sei. Hanson sagte, dass die Einheit der Lutheraner gewachsen sei. Auch wollte er die Bitte aus dem Vaterunser so verstanden wissen, dass Christen dazu aufgerufen sind, den Menschen in der Welt zu helfen, die es nötig haben. Als Höhepunkte der Tagung nannte Hanson die Versöhnung mit den Mennoniten. Auch, dass der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, das Hauptreferat gehalten hat, sei so ein Höhepunkt gewesen. „Wir leben Einheit in der Vielfalt, und darin wachsen wir“, sagte Hanson im Rückblick. Die Lutheraner hätten nicht nur nach innen geschaut, sondern vor allem nach der weltweiten Not. Als Meilenstein bezeichnete der scheidende Generalsekretär Ishmael Noko die Tagung. Dass sich die Nachfahren Martin Luthers und Philipp Melanchthons mit den Nachfahren der Mennoniten versöhnt hätten, sei ein wichtiger Schritt. Auch Noko betonte, dass die LWB-Vollversammlung eine Tagung des Gebets gewesen sei. Das Gebet habe im Zentrum gestanden. Die Erkenntnis, dass die Kirchen zusammen arbeiten müssten, habe sich weiter vertieft. Dass Menschen von weit her nach Deutschland gereist seien, stehe in der Tradition der Reformatoren. So hätten auch Luther und Melanchthon immer wieder Gäste aus aller Welt beherbergt.
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Name: Mariette Razivelo
Land: Madagaskar
Alter: 61 Jahre
Beruf: Religionslehrerin
Waren Sie schon einmal in Deutschland?
„Ich bin zum dritten Mal hier. Zuerst war ich in Bad Saarow, dann in Wittenberg, jetzt in Stuttgart.“
Was heißt „Herzlich willkommen“ in Ihrer Sprache?
„Tonga soa“
Was ist für Ihre Kirche zu Hause typisch?
„Unsere Ursprünge sind pietistisch. Mittlerweile wächst die charismatische Bewegung schnell.“
Welche Person der Zeitgeschichte beeindruckt Sie am meisten?
„Ich finde es großartig, wie Paul Tillich die Theologie auf die jeweiligen Lebensumstände der Menschen anwendet.“
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Jenny im "Haus der Lebenschance"
Jenny ist 20, ohne Schulabschluss und ohne berufliche Perspektive. Im "Haus der Lebenschance" - ein Projekt der Evangelischen Gesellschaft und des Johanniterordens - bekommt sie eine neue Chance. Hier kann sie ihren Hauptschulabschluss nachholen und auch sonst ihre Stärken und Schwächen kennen lernen. Weitere...Beitrag ansehen
„Einheit in Verschiedenheit“
Der designierte Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Martin Junge, rief die Lutheraner zur Einheit in Verschiedenheit auf. Unterschiede seien kein Problem, sondern Ausdruck von Gottes mächtigem Handeln. „Verschiedenheit ist ein wertvolles Geschenk“, so Junge weiter. Zu den unterschiedlichen Meinungen, die es innerhalb des Kirchenbundes gebe, sagte Junge: „Es gibt keine Harmonie ohne Dissonanz“. Lutheraner zu sein bedeute auch, ökumenisch zu sein. Er rief zu einem vorsichtigen Umgang mit den erkannten Wahrheiten auf: „Wenn wir den Menschen, denen wir diakonisch helfen, sagen, dass sie Sünder sind, dann nehmen wir ihnen ihre Würde“, so Junge weiter. „Wenn wir Menschen helfen, sie aber gleichzeitig vom Abendmahl ausschließen, dann vertiefen wir die Kluft zwischen ihnen und uns. Diese Kluft sollten wir überwinden!“ Innerhalb des Kirchenbundes gäbe es keine Kirche, die nicht etwas zu geben hätte, keine Kirche, die etwas empfangen solle. Es sei Zeit, die Kirche inklusiver zu machen. Die Jugenddelegierten hätten gezeigt, dass sie bereit sind für diesen Schritt.LWB-Vollversammlung trauert um Opfer von Duisburg
„Betroffen und schockiert“ hat die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart auf die Nachricht vom Loveparade-Desaster in Duisburg reagiert, bei dem am Samstag 19 Menschen starben und mehr als 500 verletzt wurden. In einer „Öffentlichen Erklärung“ vom 26. Juli bringen die Delegierten ihr „tiefes Mitgefühl“ für die Familien zum Ausdruck, die Angehörige bei dem Unglück verloren haben. In den Gottesdiensten am Sonntag, an denen die Kirchenvertreterinnen und -vertreter aus aller Welt in württembergischen Gemeinden teilgenommen hätten, sei der Opfer, der Hinterbliebenen und der zahlreichen Helfer gedacht worden. Man hoffe, so schließt die Erklärung, dass Konsequenzen aus der Katastrophe gezogen würden, damit sich diese nicht mehr wiederhole.Unterstützung für Dalits
Die LWB-Vollversammlung hat den LWB dazu aufgefordert, sich für die Befreuung und Wiederherstellung der Menschenwürde von Dalits zu engagieren. In Indien, Nepal und anderen Regionen Südostasiens werden 250 Millionen Dalits unterdrückt und diskriminiert. Dalit ist die Selbstbezeichnung der Nachfahren der indischen Ureinwohner, die aus rassistischen Gründen als „Unberührbare“ aus dem Kastensystem der kriegerischen indoarischen Einwanderer bzw. Eroberer bis heute oft ausgeschlossenen sind. In der westlichen Welt, insbesondere im deutschen Sprachraum, werden sie teilweise auch als Paria bezeichnet.Tätig werden gegen Menschenhandel
Die LWB-Vollversammlung hat beschlossen, dass die Mitgliedskirchen zur Bewusstseinsbildung in Sachen Menschenhandel beitragen. Sie sollen Strategien entwickeln, mit denen die vorherrschende Ignoranz überwunden werden kann. Darüber hinaus soll umfassende Aufklärungsarbeit geleistet werden. Die Menschen sollen weltweit dazu befähigt werden, Verantwortung für ihren eigenen Körper und ihre Sexualität zu übernehmen. Die Kirchengemeinschaft will im Kampf gegen kommerzielle Ausbeutung von Menschen eine Führungsrolle übernehmen – durch Predigten, Lehren und andere Formen des öffenlichen Zeugnisses. Der LWB soll die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers in den Medien anprangern.Teilhabe für Frauen gefordert
Die Elfte Vollversammlung ruft alle Mitgliedskirchen dazu auf, Frauen in den Kirchen Leitungspositionen übernehmen können – ob als Ordinierte oder als Ehrenamtliche. Das ist Kernstück einer Resolution, die am 26. Juli verabschiedet wurde. Danach sollen Frauen die Chance erhalten, einer theologischen Ausbildung nachzugehen. Kirchen, die keine Frauen ordinieren sollen darüber nachdenken, welche Auswirkungen ihr Nichthandeln für die Frauen hat, die ihrer gottgegebenen Berufung nicht nachgehen dürfen, weil sie Frauen sind. In die Resolution wurde ein Absatz aufgenommen, nachdem die Mitgliedskirchen sich klar gegen häusliche Gewalt wenden und deutlich machen sollen, dass jeder Mensch – ob Kind, Frau oder Mann – ein Recht darauf hat, sich zu Hause sicher zu fühlen. Auch sollen Bischöfinnen und andere Frauen in Leitungspositionen der Kirche unterstützt werden.Im Profil

Name: David Pfrimmer
Land: Kanada
Alter: 59 Jahre
Beruf: Leitender Direktor des Waterloo Lutheran Seminar
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„Ich war schon in Bremen, im Harz und in München. Ich bin zum dritten Mal hier.“
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„Hearty welcome“
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„Wir sind eine kleine Kirche, die aber viele Menschen unterschiedlichster Herkunft vereint.“
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„Vorbildlich finde ich, wie sich Nelson Mandela für sein Volk eingesetzt hat, wie er ihm zugewandt war.“

Predigerinnen und Prediger aus aller Welt
Am Sonntag, 25. Juli, schwärmte die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), die noch bis 27. Juli in Stuttgart tagt, nach Stuttgart und in die ganze Region aus. Bischöfe und Pfarrerinnen aus aller Welt predigten in vielen evangelischen Kirchengemeinden. Ein Podcast bringt Eindrücke von Gottesdienst und anschließendem Treffen in der Stadtkirche Bad Cannstatt. Dort predigte Bischof George Kalisa aus dem afrikanischen Ruanda. mehr 
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Interview mit Klaus Rieth zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes
Mitschnitt vom 25. Juli bei Hitradio Antenne 1. Das Interview führt Doro Adrian.
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Fantastische Stimmung auf dem Stuttgarter Schillerplatz
Eine wunderschöne Kulisse, viel Musik und internationale Gäste: Rund 2000 Besucher sind am Samstagabend der Einladung zum Abend der Begegnung gefolgt. Mit dieser Veranstaltung wollte der Lutherische Weltbund, der acht Tage lang in der Stuttgarter Liederhalle tagt, in die Öffentlichkeit gehen und den Kontakt zwischen Delegierten und ganz...Beitrag ansehen
Ein Fest des Dankes
![Das Gemeinschaftsbild ist im Entstehen. [Foto: Factum] Das Gemeinschaftsbild ist im Entstehen. [Foto: Factum]](typo3temp/pics/a626f3e7c3.jpg)
Das Gemeinschaftsbild ist im Entstehen. [Foto: Factum]
„Fest des Dankes“ - unter diesem Motto steht ein Bild, das während der LWB-Vollversammlung entstanden ist. Darauf zu sehen: tanzende Menschen verschiedener Hautfarben, ein paar Strichmännchen, die von einem Afrikaner auf die Leinwand gebracht wurden, einen Eimer mit einem Tuch darin – die Anregung kam von einer Mennonitin. Eimer und Tuch sind Symbol dieser Glaubensgemeinschaft. Instrumente fehlen auf dem „Mural communicario“, dem Gemeinschaftsbild, nicht. Die Künstler Anne Stickel und Warner Benitez bringen zu Großveranstaltungen häufiger eine weiße Leinwand mit. Sie geben dem künftigen Bild ein Thema und bitten die Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung, selbst zum Pinsel zu greifen – oder ihre Ideen zum Thema des Bildes zu sagen. Wenn die Teilnehmer nicht selbst malen, bringen Stickel und Benitez die Vorschläge auf die Leinwand. „Mural communicario“, Gemeinschaftsbild, nennen die Künstler diese Art, ein Gemälde zu schaffen.
Durch die Zuschauerbeteiligung kommt es, dass das Kunstwerk mit dem Thema „Fest des Dankes“, das während der LWB-Vollversammlung entstand, in der linken Ecke einen Löwen zeigt, der sich mit einer Ziege versöhnt. „Wir haben gedacht, dass in vielen Teilen der Welt die Ziege zum täglichen Leben gehört. Deshalb haben wir sie gemalt. Und einer der Teilnehmer meinte dann, dass hier der Löwe dazu muss“, erzählt Stickel. Gerne nahmen die Künstler die Anregung auf, auch wenn es in der Bibel heißt, dass sich der Löwe mit dem Schaf versöhnt. „Aber das ist ja ein ganz ähnlicher Sachverhalt, ein friedliches Tier, das sich mit dem Raubtier verträgt“, so Stickel. Die Strichmännchen sind Zeichen für Massai-Kämpfer; die hat ein Afrikaner dazu gemalt.
„Für uns ist es immer spannend zu sehen, wie ein solches Bild zum Schluss dann aussieht. Durch die Kreativität der Menschen, die sich beteiligen, entstehen Dinge, die wir vorher so noch nicht gedacht hatten“, beschreibt Stickel. Inzwischen haben Stickel und Benitez das 28. oder sogar das 32. Gemälde auf diese Weise entstehen lassen, so genau weiß Stickel es nicht mehr zu sagen. Sie setzt das „Mural communicario“ häufig ein, um Gruppen etwas gemeinsam machen zu lassen – wie das nun auch während der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes geschah. Das Gemälde, das zur Vollversammlung als Aktion von Brot für die Welt entstand, soll das Haus Birkach verschönern: Es wurde beim Abend der Begegnung symbolisch überreicht.
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Die Jugend auf der LWB-Vollversammlung
Sabine Österreicher und Samuel Hartmann vertreten die Jugend der Württembergischen Landeskirche auf der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes. Insgesamt sind rund 20 Prozent der Delegierten unter 30 Jahren. Am Freitag Vormittag präsentierte die Jugend ihre Themen und Forderungen. Weitere Infos: lwb-vollversammlung.orgBeitrag ansehen

Abend der Begegnung
Der Abend der Begegnung auf dem Stuttgarter Schillerplatz war gut besucht. Mit einem Luftballon-Start setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zeichen dafür, dass jeder Mensch sein tägliches Brot bekommen können soll. Ein paar Eindrücke finden sich in der Fotogalerie. mehr 
Leben trotz Aids lebenswert
Bei der Vollversammlung des LWB sprachen einige Menschen, die an Aids erkrankt sind. So auch ein 59-Jähriger aus einem kleinen Ort bei Ulm. Er berichtete, dass bei ihm das HIV-Virus im Jahr 1989 bei einer Blutspende entdeckt wurde. In den ersten vier Jahren habe nur seine Frau, der Arzt und der Pfarrer etwas davon gewusst. Erst dann hätte er auch seinen Kindern, der Verwandtschaft und der Öffentlichkeit von seiner Erkrankung berichtet. Viele Kontakte habe er durch den offenen Umgang mit seiner Diagnose verlorgen - aber obwohl bei Aids-Kranken damals eine Lebenserwartung von nur noch 10 Jahren prognostiziert wurde, lebe er immer noch weiter. Dies sei für ihn Anlass zur Hoffnung. Vor fünf Jahren hörte er die erste Diagnose "Krebs", ein paar Jahre später die zweite. "Ich weiß nicht, ob das nur durch die Nebenwirkungen der Medikamente entstand oder auch durch Aids, aber bis jetzt lebe ich noch - und bin glücklich", sagte er. Die Menschen mit Aids wünschten sich ein Ende der Stigmatisierung, sie wünschten sich, geliebt zu werden, akzeptiert zu sein. Stigmatisierung müsse ein Ende haben, denn das Leben sei lebenswert trotz Aids.Überschuldung stoppen

Für einen Schuldenerlass für Länder, die überschuldet sind, sprachen sich Teilnehmer der LWB-Vollversammlung aus. "Die Industrienationen haben eine Mitverantwortung für die Schulden der Entwicklungsländer", sagte ein Vertreter aus Norwegen. Auch seien die Menschen dafür verantwortlich, was sie kauften. Wichtig sei, sich bewusst zu machen, dass die Schuldenkrise noch lange Zeit erhalten bleibe, sagte ein Vertreter der Aktion "Erlassjahr". Die Kirchen spielten eine große Rolle, wenn es darum gehe, Schulden zu erlassen. "Kirche kann die Dinge voran bringen", sagte ein Vertreter der Initiative "Erlassjahr". Christen müssten etwas gegen die Überschuldung tun und nicht nur zuschauen, war das Fazit.
Landesbischof July Mitglied des LWB-Rates

Während der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes wurde der evangelische württembergische Landesbischof Frank Otfried July in den LWB-Rat gewählt. Dieser ist in der Zeit zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden LWB-Vollversammlungen zuständig für die Geschäfte des Weltbundes. Neuer Präsident des Lutherischen Weltbundes wurde Bischof Munib A. Younan von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land.
Der Rat des LWB wählt den Generalsekretär bzw. die Generalsekretärin und den Schatzmeister bzw. die Schatzmeisterin und legt deren Aufgaben fest. Der Rat entscheidet über die Struktur des LWB-Sekretariats, setzt die Haushalte des Weltbundes fest und legt den Mitgliedskirchen einen Jahresbericht vor.
Der Rat tagt alle zwölf bis 18 Monate und besteht aus dem von der Vollversammlung gewählten Präsidenten, dem Schatzmeister und 48 von der Vollversammlung gewählten Personen. Die Verfassung des LWB verlangt für die Mitgliedschaft des Rates eine „angemessene Vertretung" von Ordinierten und Laien, Frauen und Männern sowie Jugendlichen.
Der Rat wählt aus seiner Mitte fünf Vizepräsidenten. Im Hinblick auf den globalen Charakter des Weltbundes wird bei den Wahlen darauf geachtet, dass je eine Person aus folgenden sieben geographischen Bereichen kommt: Afrika, Asien, Lateinamerika und Karibik, Nordamerika, Mittel- und Osteuropa, die nordischen Länder sowie Mittel- und Westeuropa.
Der Rat wählt aus seiner Mitte ein Exekutivkomitee, Programmausschüsse und Ständige Ausschüsse und einen Projektausschuss sowie deren Vorsitzende.
Die Amtszeit der Ratsmitglieder endet mit dem Abschluss der folgenden ordentlichen Vollversammlung. Eine einmalige Wiederwahl der Mitglieder des Rates ist möglich.
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Name: Luise Müller
Alter: 57 Jahre
Land: Österreich
Beruf: Superintendentin von Innsbruck und Tirol
Waren Sie schon einmal in Deutschland?
„Na klar, ich habe hier sogar einen Zweitwohnsitz, in Kufstein“
Was heißt „Herzlich willkommen“ in Ihrer Sprache?
„Anders als die Schweizer sagen wir nicht ‚Gruetzi’, sondern ‚Herzlich Willkommen’“
Was ist für Ihre Kirche zu Hause typisch?
„Wir haben einen Anteil an der Bevölkerung von 5 Prozent. Deshalb besetzen wir Nischen, wie zum Beispiel die Flüchtlingsarbeit.“
Welche Person der Zeitgeschichte beeindruckt Sie am meisten?
„Meine Tochter Judith bringt den Job als Pfarrerin unter einen Hut mit ihrer Aufgabe als Mutter und vielen anderen Dingen.“
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Ohne sie geht gar nichts - Helfer im Hintergrund
Für die Organisatoren ist die Vollversammlung des Lutherischen Weltbunds eine Herausforderung: Mehr als 1000 Gäste aus 79 Ländern unter einen Hut zu bekommen. Wir blicken hinter die Kulissen der Veranstaltung und besuchen die Dolmetscherinnen, die freiwilligen Helfer und die Köche.Beitrag ansehen
"Die Natur kann nicht lesen"

Anhand der Pazifikinsel Kiribati zeigten Delegierte während der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes, wie sich das Klima verändert hat und wie das das Leben der Menschen verändert. Die Inseln sind sehr klein und eng. Durch den Anstieg des Meeresspiegels und zunehmende Stürme seien die Küsten erodiert und die Gärten würden immer wieder zerstört. Das Salzwasser zerstört die Ernte und auch das Trinkwasser wird salzig. „Sicher, wir können Mangrovenwälder pflanzen und Deiche bauen – aber das Meer ist stärker als wir“, hieß es im Film. Stefan Ramstorf vom Potsdamer Institut für Klimaforschung war der Plenarsitzung zugeschaltet. Er berichtete davon, dass die letzten 18 Monate weltweit die heißesten gewesen seien, die in den letzten 130 Jahren – seit Beginn der Aufzeichnungen – gemessen wurden. Die Sonne sei, so Ramstorf weiter, so wenig aktiv wie noch nie, an der Sonne läge die Erderwärmung daher nicht.
Die von Trockenheit betroffenen Flächen hätten sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt, Waldbrände, tropische Stürme, Wetterextreme nähmen zu und würden immer intensiver. Das habe auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen: Infektionen nähmen zu. Während der schlimmsten Trockenperiode in Europa im Jahr 2003 habe es sehr viele Tote gegeben. „75 Prozent der Treibhausgase werden von Industriestaaten verursacht, die Auswirkungen bekommen aber vor allem arme Länder zu spüren – das ist Klimaungerechtigkeit“, sagte Ramstorf. Im Verlauf der Diskussion zeigten viele Delegierte Beispiele für die Auswirkungen des Klimawandels auf. „Worte allein werden nicht helfen. Wir können viel schreiben, aber die Natur kann nicht lesen“, gab eine Delegierte aus Norwegen der Vollversammlung mit auf den Weg. Sie sprach sich dafür aus, vor allem den Kindern zuliebe alles zu unternehmen, um den Klimawandel zu verzögern – oder doch noch aufzuhalten.
Mehr Nachhaltigkeit gefordert

Ein Müllcontainer auf der Bühne, von rechts und links gehen Jugenddelegierte daran vorbei und werfen jeder einen Apfel hinein. Damit wollten sie aufmerksam machen darauf, dass in Teilen der Welt 40 Prozent der Nahrungsmittel weggeworfen werden, während in Indien 25 Prozent der Menschen hungern. Die Jugenddelegierten forderten mehr Nachhaltigkeit ein und fragten „Werfen wir unsere Zukunft weg?“ 90 Prozent des abgeholzten Regenwaldes in Indonesien werde illegal vernichtet. Die Jugenddelegierten erinnerten an die Kindersoldaten, die in Teilen der Welt eingesetzt werden, nannten das Stichwort Blutdiamanten und sagten, dass jeden Tag 16.000 Kinder an Hunger sterben. Sie forderten die Mitgliedskirchen dazu auf, fair gehandelte Produkte zu kaufen, ihr Geld bei umweltfreundlichen und nachhaltig arbeitenden Fonds anzulegen und Kunde bei Banken zu werden, die ethisch arbeiten. Auch schlugen sie vor, dass der LWB mehr Videokonferenzen abhalten solle, um die Umwelt zu schonen.
„Du bist eine Frau, du musst dich um die Familie kümmern“ oder „Du bist ein Mann, du musst ein Macho sein“ und ähnliche Rollenzuweisungen standen auf den Schildern, die sich die Jugenddelegierten gegenseitig umhängten. Als Zeichen der Versöhnung zwischen den Geschlechtern nahmen sie sich die Schilder gegenseitig auch wieder ab und rissen sie durch. Damit riefen die Delegierten dazu auf, gleiche Rechte für Frauen und Männer überall in die Tat umzusetzen. „Alle Menschen sind gleich, wir dürfen ihre Würde nicht missachten“. Das bedeute für die Kirche auch, dass sie Geschlechtergerechtigkeit in ihren eigenen Strukturen umsetzen müsse. Die Jugenddelegierten unterstützten die Resolution zum Thema Geschlechtergerechtigkeit, die von den Frauen eingebracht wurde.
In einem dritten Teil ihrer Präsentation boten sie ihre Fähigkeiten dem LWB an – sie wollten mehr eingebunden werden in die Entscheidungsprozesse.
Mehr Gerechtigkeit zwischen Frauen und Männern

"Ordinierte Frauen werden an den Männern gemessen", sagten die LWB-Frauen während der Vollversammlung. In vielen Teilen der Welt bekämen Pfarrerinnen keinen Elternurlaub, Frauen übernähmen häufig männliche Rollen, um als Pfarrerin überhaupt ernst genommen zu werden. In Indien würde die Ordination den Frauen häufig verweigert, wenn sie ordiniert seien, würden sie nicht als Pfarrerin, sondern lediglich für Bibelarbeiten und Jugendfreizeiten eingesetzt.
Oft bliebe es auch dabei, dass Frauen Pfarrerinnen blieben – ein Aufstieg innerhalb der Hierarchie sei oft nicht möglich. Die Frauen brachten eine Resolution ein, in der es hieß: "Frauen, die Leitungspositionen in Gesellschaft und Kirche ausfüllen, Menschenhandel und die ungerechte Verteilung von Nahrungsmitteln sind die Themen, bei denen wir nach Gerechtigkeit schreien. Lasst uns unsere Stimme erheben, nach Solidarität, Respekt, Gemeinschaft und Wandel streben, um Gerechtigkeit herbeizuführen."
Die Resolution ruft die Mitgliedskirchen dazu auf, die nötigen kirchenrechtlichen Regelungen zu treffen und Richtlinien zu erarbeiten, damit Frauen die Möglichkeit haben und sicher gestellt wird, dass Frauen – ordiniert oder im Laienamt – Leitungspositionen übernehmen können.
In Sachen Menschenhandel ruft die Resolution die Kirche dazu auf, im Kampf gegen kommerzielle Ausbeutung von Menschen eine Führungsrolle zu übernehmen, in Predigt, Lehre und anderen Formen der Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem solle die Gemeinschaft Partnerschaften und Kooperationen zwischen Kirche und Gesellschaft unterstützen, für Gesetze zu arbeiten, die Frauen davor schützen, Opfer von Menschenhandel zu werden und sich für kulturelle Transformation und die Beseitigung von Menschenhandel zu engagieren. Die Frauen forderten mehr Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft.
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Name: Alice Dungdung
Land: Indien
Alter: 24 Jahre
Beruf: Zoologie-Studentin
Waren Sie schon einmal in Deutschland?
"Nein, das ist mein erstes Mal und ich bin sehr glücklich, hier zu sein."
Was heißt "Herzlich willkommen" in Ihrer Sprache?
"Arto sabhi ga hardig abinenden gertehe"
Was ist für Ihre Kirche zu Hause typisch?
"Wir starten mit langem Lobpreis, gefolgt von der Predigt, den Kirchennachrichten und dem Segen."
Welche Person der Zeitgeschichte beeindruckt Sie am meisten?
"Sonia Ghandi ist mein Vorbild. Sie kämpft gegen Korruption und tut immer das Richtige."
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Déborah Rosenkranz singt LWB-Songs
Déborah Rosenkranz und der Winnender Chor "The Gospel House" singen für die LWB-Vollversammlung die beiden Lieder "Give Us Our Daily Bread" und "Wonders Can Be Done". Beim "Abend der Begegnung" am Samstag, 24. Juli, auf dem Stuttgarter Schillerplatz werden die beiden Lieder zum ersten Mal vor Publikum...Beitrag ansehen
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Die Welt zu Gast in Stuttgart
Weit über 1000 Menschen sind zum Lutherischen Weltbund nach Stuttgart gekommen. Achim Stadelmaier hat mal ein bisschen internationale Luft geschnuppert.
"Menschen können sehr schnell alles verlieren"

Der baden-württembergische Staatsminister Helmut Rau begrüßte die Gäste und Delegierten des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart. Nach knapp 60 Jahren sei der LWB wieder in Deutschland – und habe sich für den besten Tagungsort entschieden. Auch sei die gastgebende Kirche, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, eine großartige Kirche, in der auch er groß geworden sei.
Das Motto der Tagung, die Vaterunserbitte "Unser tägliches Brot gib uns heute", reduziere die täglichen Bedürfnisse auf deren Kern – auf das Korn, den Reis oder Grundnahrungsmittel, die in anderen Ländern nicht wegzudenken seien. Auch schlösse die Bitte die Grundbedürfnisse nach einem Heim, nach Kleidung, Sicherheit und vielem mehr ein. "Wir leben miteinander in einer Welt, die Gott uns anvertraut hat", so Rau. Die Umstände seien sehr unterschiedlich. "Wer bei uns arm ist, wäre vielleicht bei einigen von Ihnen zu Hause reich", so der Minister. Die materielle Ausstattung eines Menschen sei nicht der Maßstab für die Beurteilung, ob jemand arm oder reich ist. Vielmehr sei maßgeblich, wie weit ein Mensch an der Gesellschaft, in der er lebt, teilhaben könne.
Die Vaterunserbitte zeige auch, dass das tägliche Brot nicht einfach so serviert werde. Vielmehr "müssen wir immer wieder neu darum bitten", so Rau. "Wir müssen uns immer bewusst sein, wie schnell ein Mensch alles verlieren kann", sagte der Minister. Christen arbeiteten daran, dass das tägliche Brot für alle reiche, sie dächten nicht nur an das eigene Brot. Der LWB kümmere sich vorbildlich darum, was Menschen wirklich brauchten. Kirche und Politik müssten zusammenarbeiten. "Wir sind aufeinander angewiesen".
Versöhnung mit den Mennoniten

"Wenn sich Lutheraner heute mit der Geschichte der Beziehungen zwischen Lutheranern und Mennoniten im 16. Jahrhundert und danach beschäftigen, empfinden sie tiefes Bedauern und Schmerz über die Verfolgung der Täufer durch lutherische Obrigkeiten und besonders darüber, dass lutherische Reformatoren diese Verfolgung theologisch unterstützt haben." So beginnt die Erklärung des Rates des Lutherischen Weltbundes (LWB), mit dem dieser die Mennoniten um Vergebung für das Unrecht bittet, das Lutheraner der Glaubensgemeinschaft in früheren Zeiten angetan haben. Der Rat des LWB wolle öffentlich sein tiefes Bedauern und seine Betrübnis darüber zum Ausdruck bringen.
"Wir bitten um Vergebung für das Leiden, das unsere Vorfahren im 16. Jahrhundert den Täufern zugefügt haben, für das Vergessen oder Ignorieren dieser Verfolgung in den folgenden Jahrhunderten und für alle unzutreffenden, irreführenden und verletzenden Darstellungen der Täufer und Mennoniten, die lutherische Autoren bis heute in wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Form verbreitet haben", so die Erklärung weiter. Die Mitgliedskirchen des LWB verpflichteten sich, dafür Sorge zu tragen, dass diese Entscheidung des Lutherischen Weltbunds Einfluss darauf hat, wie die lutherischen Bekenntnisse an den Hochschulen und in anderen Bereichen des kirchlichen Unterrichts gelehrt werden. Auch wollen die Mitgliedskirchen die ungelösten Fragen zwischen den beiden Traditionen im Geist wechselseitiger Offenheit und Lernbereitschaft fortführen.
Auf die Erklärung reagierten die Stuttgarter Mennoniten mit großer Freude, so beschreibt es Anita Lichti von der Mennonitengemeinde Stuttgart, die ihren Sitz in Fellbach-Oeffingen hat. In den vergangenen Jahren hätte es sehr gute Beziehungen zwischen Mennoniten und Protestanten, zwischen Mennoniten und Lutheranern gegeben. Deshalb sei die Bitte um Vergebung und die Versöhnung ein wichtiges Zeichen, aber „eigentlich gibt es schon jetzt nichts mehr, was uns trennt“. An und für sich wollten die Mennoniten eine unter vielen christlichen Kirchen sein, und nicht etwas Besonderes.
Die Mennoniten sind der Hauptzweig der Nachfahren der Täuferbewegung aus dem 16. Jahrhundert. In der 1530 in Augsburg beschlossenen "Confessio Augustana", einer grundlegenden Bekenntnisschrift der Lutheraner, werden die Täufer in scharfen Worten verurteilt. In der Folge wurden sie verfolgt und auch getötet.
Die Erklärung des LWB im Wortlaut

Stuttgarts Brotverirrung
In der neuesten Ausgabe seines Blogs merkt Rundfunkpfarrer Andreas Koch an, dass ein Bäcker einfach von sich behauptet, das Brot zu sein. Aber geht das überhaupt? Kann ein Bäcker Brot sein? Und wie verhält es sich dann mit der Vaterunserbitte "Unser tägliches Brot gib uns heute", die ja als Motto über der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart steht? mehr 
Auf Facebook diskutieren
In der Facebook-Gruppe "Evangelische Landeskirche in Württemberg" berichten Reporter live von der Tagung und laden zum Diskutieren ein. mehr 
Eine spirituelle Beziehung zur Natur

Für die Kirche von Norwegen sprach Inga Marie Nordstrand. Sie gehöre den Samen (Lappen) an, einem Volk, das mit der Natur sehr verbunden sei. Das tägliche Brot bedeute für ihr Volk die Nahrung, die es durch Fischfang, Jagd oder das Sammeln von Beeren erhalte. Auch lebten die Samen von der Rentierzucht. Mittlerweile mache den Samen allerdings der Temperaturanstieg zu schaffen. So hätten sich die Fischgründe verlagert, die Winter seien kürzer, die Frühjahrswanderung der Tiere sei durch frühzeitig abtauende Seen und Flüsse gefährdet. Dadurch, dass die Winter insgesamt zu warm seien, gebe es verstärkt eine Raupenplage in den Birkenwäldern – die hohen Temperaturen führten dazu, dass die Larven nicht mehr absterben. Sie wünsche sich, dass die Menschen den spirituellen Bezug zur Natur wiederfänden – und die Nahrung, die ihnen die Natur gibt, als Sakrament der Erde begriffen, anstatt sie als Ware abzuwerten.
"Klimawandel und Ungerechtigkeit sorgen für Hunger"

In den ersten Reaktionen auf das Hauptreferat von Erzbischof Rowan Williams berichtete die Delegierte Jeanette Ada aus Kamerun vom Alltag mit der Vaterunserbitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ in ihrem Land. „Die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen sind nicht erfüllt. Die Erde kann ihre Kinder nicht ernähren, wegen des Klimawandels und der Ungerechtigkeit gegen Menschen“, so Ada weiter. Kamerun habe viele Bodenschätze, doch der Großteil der Bevölkerung habe davon nichts. So gebe es immer mehr Gebiete, die zur Wüste werden. Christen sollten an dieser Stelle besser zusammen arbeiten und dafür sorgen, dass nicht immer weniger Menschen immer mehr Land besäßen. Auch rief sie die Christen dazu auf, etwas gegen Unterdrückung zu unternehmen. Insbesondere Frauen seien die Leidtragenden des Menschenhandels „Frauen gelten als Ware, die man zwangsweise verheiraten kann“, sagte Ada. Auch würden der Lohn von Mädchen und Frauen, die arbeiten, nicht an diese ausbezahlt, sondern an deren Männer bzw. Vormünde. Die Bitte des Vaterunsers „Unser tägliches Brot gib uns heute“ sei auch eine Bitte um Vergebung und Versöhnung. Nur dies gebe der Menschheit ihre Würde zurück.
"Ein Zeichen von Würde"

„Der Mensch wird nicht dadurch zum Menschen, dass alle seine Bedürfnisse befriedigt werden, sondern indem er seine Bedürftigkeit erkennt“, sagte der anglikanische Erzbischof Rowan Williams aus Canterbury in seinem Hauptvortrag vor der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes. "Das unter Christen geteilte Brot ist nicht nur die materielle Ressource, sondern auch die Anerkennung unserer Würde", sagte Williams. Der Mensch werde nicht dadurch zum Menschen, dass alle seine Bedürfnisse befriedigt werden, sondern indem er seine Bedürftigkeit erkennt. Williams: "'Unser tägliches Brot gib uns heute' wird somit zu einer Bitte, in der wir Gott bitten, in uns den Sinn für die Menschlichkeit in ihrer Fülle und ihrem Reichtum zu erhalten; uns die zwischenmenschlichen Beziehungen zu geben, die uns als Mensch erhalten."
Darüber hinaus sei Vergebung "eine der radikalsten Methoden, wie wir die Menschlichkeit unserer Mitmenschen ernähren können". Das heilige Abendmahl als christliches Ritual der Vergebung "ist Brot für die Welt, ein Zeichen der Menschlichkeit, die befreit ist für die Gaben und den Dienst an anderen." In der Feier des Abendmahls erkläre "die Kirche klar und mit Überzeugung, dass das Brot für den Hunger der Welt tatsächlich in dem Leib des Herrn gefunden werden kann."
Im Hinblick auf die Versöhnungsfeier mit den Mennoniten sagte Rowan Williams, die Lutheraner müssten insbesondere in Bezug auf die mennonitische Tradition der Gewaltlosigkeit Buße tun. Die Mennoniten sind der Hauptzweig der Nachfahren der Täuferbewegung aus dem 16. Jahrhundert. In der 1530 in Augsburg beschlossenen "Confessio Augustana", einer grundlegenden Bekenntnisschrift der Lutheraner, werden die Täufer in scharfen Worten verurteilt. In der Folge wurden sie verfolgt und auch getötet. Das Sündenbekenntnis einer der großen historischen Kirchen bedeute eine Anerkennung für die kleine Freikirche der Mennoniten, fügte Williams hinzu, der weltweit rund 77 Millionen anglikanische Christen repräsentiert.
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Marie Nkulu Nsega aus dem Kongo [Foto: Factum]
Name: Marie Nkulu Nsega
Land: Kongo
Alter: 49 Jahre
Beruf: Grundschullehrerin
Waren Sie schon einmal in Deutschland?
„Ich bin zum zweiten Mal hier, war schon in Münster und Hamburg.“
Was heißt „Herzlich willkommen“ in Ihrer Sprache?
„Karibu Sana“
Was ist für Ihre Kirche zu Hause typisch?
„Wir singen viel – manchmal alle, manchmal nur der Chor, oft auch zusammen.“
Welche Person der Zeitgeschichte beeindruckt Sie am meisten?
„Nelson Mandela, weil er uns Menschen lehrte, dass wir als ein Volk geschaffen wurden – schwarz und weiß.“
LWB-Schatzmeister Stoll: Gute Haushalterschaft verlangt nach notwendigen Veränderungen
Auf eine positive Entwicklung der Mitgliedsbeiträge im Lutherischen Weltbund (LWB) hat LWB-Schatzmeister Peter Stoll hingewiesen. Diese seien seit der letzten Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg von 2,6 Millionen USD auf 3,2 Millionen im Jahr 2009 angestiegen. Grundlage für die Berechnung seien neben den Mitgliederzahlen auch das Bruttonationaleinkommen bzw. der Wohlstand im Land der jeweiligen Mitgliedskirche. Dennoch gebe es „im Norden und im Süden“ immer noch Kirchen, die ihre Mitgliedsbeiträge nicht in vollem Umfang bezahlten, kritisierte Stoll am Dienstag, 21. Juli, in seinem Bericht an die Vollversammlung.Zwar sei die finanzielle Lage des LWB stabil, doch müssten die Bemühungen verstärkt werden, um sie auch dauerhaft abzusichern. Eine stetige Verbesserung der Mittelbeschaffung sei unerlässlich. Der 1999 gegründete Stiftungsfonds des LWB mit einer langfristigen Zielvorstellung von 50 Millionen Schweizer Franken (CHF) habe Ende 2009 fast zwölf Millionen CHF umfasst. Bis 2017 solle die Zielmarke von 20 Millionen erreicht werden.
Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um das LWB-Generalsekretariat finanziell umzustrukturieren, so der Stoll. Alle Abteilungen hätten finanzielle Defizite aufgewiesen. Der Schatzmeister mahnte mehr Bemühungen um ausgeglichene Budgets an.
Zudem rief er die Vollversammlung dazu auf, die Arbeit des Sekretariats zu dezentralisieren, um „mehr Synergien mit den Ressourcen der Mitgliedskirchen in den Regionen zu erzielen“. Er riet außerdem zu einer Restrukturierung der sieben LWB-Regionen und aller Abteilungen des LWB-Büros in Genf, wo die Organisation seit ihrer Gründung im Jahr 1947 angesiedelt ist.
Stoll betonte, dass die Veränderungen nicht nur aus finanziellen Gründen geschehen sollten. Eine Umgestaltung sollte an klare, strategische Überlegungen gebunden sein, sowohl zu den Aufgaben des LWB in der Welt als auch zu den verfügbaren Ressourcen.
Als Beispiel nannte er die Elfte LWB-Vollversammlung in Stuttgart, die 2,3 Millionen USD koste, und schlug vor, dass zukünftige Vollversammlungen zusammen mit anderen ökumenischen Organisationen koordiniert werden könnten – nicht nur um Kosten zu sparen, sondern auch um die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen voranzubringen.
Stoll berichtete, dass das Gesamtbudget des LWB-Generalsekretariats etwa 100 Millionen US-Dollar betrage, die Budgets der assoziierten Länderprogramme der Abteilung für Weltdienst (AWD) nicht mit eingeschlossen. „Dieses Geld wurde uns zur Heilung der Welt anvertraut“, sagte er. „Wir müssen gute Haushalterschaft üben.“
In der Nothilfe- und Entwicklungsgemeinschaft werde immer mehr Gewicht auf international zertifizierte handlungsfähige Organisationen gelegt. Die AWD sei Teil einer Gruppe von Nichtregierunfs-Organisationen, die sich dafür einsetze, die Effizienz und Wirksamkeit von geleisteter Hilfe zu erhöhen. Zukünftig würden Finanzierungsströme eher zu verlässlichen Organisationen fliessen, die von Massstab setzenden Körperschaften anerkannt seien, als zu einzelnen Projekten und Vorhaben, so Stoll. Deshalb bemühe sich die AWS derzeit, einige Zertifizierungen zu erlangen.
Der LWB-Schatzmeister rief den neuen LWB-Rat dazu auf, seine Managementstrategien von der Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO), einer Akkreditierungsagentur, zertifizieren zu lassen. Er sei überzeugt, dass es ein strategischer Schwerpunkt sein sollte, gutes Qualitätsmanagement und angemessene Tätigkeit des gesamten Sekretariats zu gewährleisten.
„Heute sind wir Zeugen einer immer schneller fortschreitenden Globalisierung“, so Stoll. „Wir sind mit immer neuen Herausforderungen für unsere Kirchen konfrontiert. Wir müssen unsere Arbeit unter finanziellen Bedingungen machen, die sich schnell verändern, wenn nicht sogar verschlechtern.“ Daher müssten der LWB und seine Mitgliedskirchen sich darauf konzentrieren, „eine Gemeinschaft zu sein, an ihrer Mission und ihrer Vision festzuhalten. Auch müsse diese willens und flexibel genug sein, sich an die Bedingungen und die unterschiedlichen Zusammenhänge der heutigen Welt anzupassen.
Der LWB habe einen Kapitalanlagenbestand von etwa USD 65 Millionen, die alle nach ethischen Grundsätzen, die vom Rat 2008 angenommen wurden, verwaltet würden, teilte Stoll der Vollversammlung mit. „Gott schafft und erhält alles, was ist und ruft uns auf, nach Gerechtigkeit, Frieden, Würde und nachhaltigen Gemeinschaften für alle zu streben.“
Stoll betonte, dass die Art und Weise, wie der LWB seine finanziellen Mittel investiert und Unternehmen für ihr Handeln verantwortlich halte, seine religiösen Überzeugungen widerspiegeln solle. Indem mit ethischen Grundsätzen investiert werde, erweise sich der LWB als verantwortungsvoller Haushalter dessen, „was Gott geschaffen und uns anvertraut hat.“
"Für die Schwachen eintreten"

"Millionen Menschen auf dieser Erde haben immer noch nicht ihr tägliches Brot, Reis, Ugali, Kartoffel – einfach Nahrung, die gesund ist", sagte der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Ismael Noko, bei der LWB-Vollversammlung in Stuttgart. "Die Menschen haben weder Unterkunft noch zuverlässigen Zugang zu Wasser oder medizinischer Versorgung. Sie leiden unter ungerechter nationaler und internationaler Wirtschaft und Politik."
Die Bitte um das tägliche Brot sei nicht eine Bitte um "mein Brot", sondern um "unser Brot" – die Weltgemeinschaft habe also eine Verantwortung innerhalb der menschlichen Gesellschaft, aber auch für die gesamte Schöpfung. Im Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschafts- und Klimakrise sei das Thema der Vollversammlung besonders bedeutsam. Noko fragte: "Wie sollen wir in diesem globalen Dorf leben?", "Wie können wir gegenüber unserem Nachbarn Verantwortung und Liebe zeigen?" – dies seien die Themen, die sich heute den christlichen Kirchen stellten. Hier habe auch der Lutherische Weltbund als Gemeinschaft von Kirchen weltweit eine Verantwortung.
Die weltweite Kirche müsse für die Gemeinschaften einen Raum schaffen, die zu schwach sind, um für sich selbst zu sprechen. Auch müssten die LWB-Mitgliedskirchen gemeinsame Strategien für ihre Rolle in der Gesellschaft entwickeln. Dazu gehöre auch, Menschenrechte und Menschenwürde immer wieder einzufordern und für die Menschen einzutreten, die am meisten ausgegrenzt sind. Außerdem rief Generalsekretär Noko die Lutheraner weltweit zur Einheit auf. Nur gemeinsam könne man die Ziele erreichen.
Im Hinblick auf Ehe, Familie und Sexualität bat Noko die Delegierten, den angestoßenen Diskussions-Prozess nicht zu stoppen, sondern weiterzuführen - gerade auch in Sachen Homosexualität und Kirche.
"Nachhaltig arbeiten - Ökumene stärken"

Marc S. Hanson, Präsident des Lutherischen Weltbundes, rief die Lutheraner dazu auf, sich auf das zu besinnen, was sie vereint. Der LWB sei eine Kirchengemeinschaft und schon allein deshalb ökumenisch. Je mehr der LWB sein Selbstverständnis, Kirchengemeinschaft zu sein, vertiefe, umso unerlässlicher sei es auch, die weltweite Ökumene zu stärken. Der Kirchenbund habe die Selbstverpflichtung im Blick, die Mitgliedskirchen zur Unterstützung der Frauenordination zu ermutigen. Auch müssten die Kirchen im Süden unterstützt werden. Auch müsste Gerechtigkeit zwischen Geschlechtern und Generationen verwirklicht werden. Zudem regte Hanson an die Entscheidungsprozesse zu vereinfachen. Ein Element des Vollversammlungsthemas „Unser tägliches Brot gib uns heute“ sei das Thema Nachhaltigkeit. Nicht nur der LWB, auch die Mitgliedskirchen hätten viele Anstrengungen unternommen, um nachhaltig zu arbeiten. Hanson rief dazu auf, in diesen Anstrengungen nicht nachzulassen.
"Ökumene ist Gottes Bewegung"

Kardinal Walter Kasper begrüßte die Delegierten und ihre Gäste in seiner Heimatstadt. "Mit großer Emotion schaue ich zurück auf die vielen Jahre der bereichernden Zusammenarbeit zwischen Lutheranern und Katholiken", sagte Kasper. Das Treffen zwischen Lutheranern und Katholiken 1999 in Augsburg habe viele gute Früchte gebracht. Viele Begegnungen im Anschluss hätten zu einer tiefen Freundschaft geführt. Auch sei daraus ein intensiver internationaler Dialog entstanden. Dieser sei weiter zu intensivieren. "Die ökumenische Bewegung ist Gottes Bewegung". Die Katholische Kirche müsse an dieser Stelle weitermachen. Die Millionen Menschen ohne Wasser, Nahrung und Unterkunft, ohne Sicherheit und in instabilen Verhältnissen seien Brüder und Schwestern. Dies decke nicht die Unterschiede in Glaubensauffassungen zu. "Wir müssen in Liebe und Wahrheit miteinander sprechen – insbesondere auch mit unseren menonnitischen Brüdern und Schwestern", so der Kardinal. "Wir sollten uns auf unsere gemeinsamen Wurzeln besinnen".
"Global denken, lokal handeln"

„Ich war sehr berührt vom gestrigen Eröffnungsgottesdienst“, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster vor der Vollversammlung. Schwaben seien überall in der Welt unterwegs, weil die Vorfahren aufgrund großer Armut ausgewandert seien. Inzwischen gehe es Schwaben gut – deshalb seien viele Immigranten hier. „Diese gilt es zu integrieren“, so Schuster. Dies sei eine große Herausforderung, weil 50 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund hätten. Andererseits könne man von anderen Völkern lernen. „Wir haben den höchsten Migrantenanteil in Deutschland, aber gleichzeitig auch die niedrigste Kriminalitätsrate – Migranden sind bei uns willkommen!“ Er sei froh über die Anstrengungen der verschiedenen Kirchen in Stuttgart, die einen großen Beitrag zur Integration von Migranten leisten. „Keiner darf in unserer Gesellschaft verloren gehen“, so der Oberbürgermeister. Auch hätte Deutschland eine große Verantwortung, den Gesellschaften zu helfen, aus denen die Migranten kommen. Dies sei ein Akt christlicher Nächstenliebe. Ein weiterer Aspekt sei der Technologietransfer bei den Umwelttechnologien. „Unser Wissen kann in viele Länder der Welt transportiert werden, um dort zu helfen.“ Die LWB-Vollversammlung zeige, dass es möglich sein könnte, dass jeder sein tägliches Brot habe. Da dies in der Praxis leider nicht der Fall sei, forderte er mehr Solidarität ein. Denken Sie global und handeln Sie lokal!“
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Warner Benitez aus Kolumbien [Foto: Factum]
Name: Warner Benitez
Land: Kolumbien
Alter: 40 Jahre
Beruf: Professor, Künstler (Poet)
Waren Sie schon einmal in Deutschland?
„Ich bin zum dritten Mal hier, war bereits in München, Berlin, Loccum, Melle und Osnabrück“
Was heißt „Herzlich willkommen“ in Ihrer Sprache?
„Bien venido“
Was ist für Ihre Kirche zu Hause typisch?
„Wir teilen oft das Essen miteinander und feiern wir mit viel Rhythmus unsere Gottesdienste. Dazu singen wir oft.“
Welche Person der Zeitgeschichte beeindruckt Sie am meisten?
„Fidel Castro und Nelson Mandela. Ich bin von ihrem Kampf für ihre Sache sehr beeindruckt. “
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LWB-Vollversammlung beginnt - Was erwarten die Teilnehmer?
Die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) tagt vom 20. bis zum 27. Juli 2010 in Stuttgart. Das Thema lautet "Unser tägliches Brot gib uns heute". Mit einem Gottesdienst ist die LWB-Vollversammlung in der Stuttgarter Stiftskirche eröffnet worden. Wir wollten wissen, was die Teilnehmer von der Vollversammlung...Beitrag ansehen
www.privatradioagentur.de

Die Songs zur Vollversammlung des LWB
Extra für die 11. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes wurden zwei Songs komponiert, die Deborah Rosenkranz singt. Achim Stadelmaier stellt sie Ihnen vor. Die CD von Déborah Rosenkranz mit den beiden Songs können Sie im Handel oder im Internet kaufen bzw. downloaden. Die CD kostet ca. 5 Euro. Foto: Jen Preussler
Audio-Beitrag zum Start der Vollversammlung
Unter
http://www.ev-ki-stu.de/aktuelles-hoer-bar/hoer-bar-beitraege-aus-dem-kirchenkreis/ gibt es einen weiteren Audio-Beitrag zum Beginn der Vollversammlung. Ökumenisches Treffen

Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes bekam auch Besuch von katholischen Christen: Kurienkardinal i.R. Walter Kasper (Mitte) kam mit dem evangelischen Oberkirchenrat Ulrich Heckel (links) und dem evangelischen württembergischen Landesbischof Frank Otfried July ins Gespräch.
"Nahrungsmagel entwürdigt die Menschen"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche. „Glaube und Politik können nie zwei komplett voneinander getrennte Dinge sein“, betonte der Protestant. Politik werde gemacht von Menschen für Menschen – und diese Menschen existierten nicht in einem Vakuum. Religion sei eine der größten Kräfte, die das Leben des Individuums bestimme. Deshalb sei es eine große Herausforderung von modernen demokratischen Ländern, dass die Einsichten, die man durch den Glauben erlange, in den politischen Entscheidungsprozess Eingang fänden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und LWB-Präsident Mark S. Hanson
Schäuble rief Politiker dazu auf, zuzuhören: „Alle Vereinigungen müssen in demokratischen Institutionen gehört und respektiert werden.“ Auf der anderen Seite müsse aber jedes Individuum und jede Gruppe verstehen, dass am Ende des politischen Entscheidungsprozesses nicht immer genau das Ergebnis stünde, das die Gruppen erwartet hatten. Der christliche Glaube sei geprägt vom Respekt und der Liebe gegenüber den Menschen. Dieser Respekt fände in Deutschland beispielsweise Ausdruck im Grundgesetz.

Das Motto der Versammlung zeige, dass „alle Menschen etwas zu essen brauchen. Ohne Nahrung sind wir keine Menschen“. Der Nahrungsmangel sei aber nicht nur ein materielles Problem, er entwürdige auch die Menschen. Deshalb müssten internationale Anstrengungen unternommen werden, um Hunger und Mangelernährung zu überwinden. Außerdem müsse das Wort „Unser tägliches Brot gib uns heute“ weiter gesehen werden als nur in Bezug auf Nahrung: Gemeint seien auch Wasser, Wohnung, Kleidung und medizinische Versorgung. Schäuble rief dazu auf, die Wirtschafts- uns Finanzsysteme zu reformieren.
„Wir in der westlichen Welt müssen lernen, dass wir nicht versagen, wenn wir mit unseren Wachstumsraten hinter China oder Brasilien zurückfallen“, so Schäuble weiter. Es gehe auch darum, sich um die Armen in einer vergleichsweisen reichen Gesellschaft zu kümmern.
"Wir sind ein Volk"

Mit einem lutherischen Gottesdienst wurde die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in der Stuttgarter Stiftskirche eröffnet. In seiner Predigt sagte Mark S. Hanson, Präsident des Lutherischen Weltbundes, "Wir sind ein Volk - alle Menschen zusammen". Als solch geeintes Volk sollten die Christen aus aller Welt einander helfen.
Weil Christen durch Jesus Christus vereint seien, könnten die Lutheraner auch die Mennoniten um Vergebung bitten und sich mit dieser Glaubensgemeinschaft versöhnen. Auch griff Hanson das Motto der Vollversammlung "Unser tägliches Brot gib uns heute" auf: Er wünsche sich, dass das tägliche Brot großzügig und gütig ausgeteilt werde an alle, die es nötig haben.

"Ein bisschen mehr Luther bitte"
Rundfunkpfarrer Andreas Koch wünscht sich in Württemberg und in Deutschland ein bisschen mehr Luther. Mehr vom Aufbruch, weniger Angepasstsein und mehr Mut. In seinem Blog fordert er dazu auf, nicht um Punkt und Komma zu streiten, sondern klare Aussagen zu treffen. mehr 
Die Vollversammlung ist das wichtigste Gremium des LWB. Im Juli 2010 werden dazu gut 400 Delegierte aus allen lutherischen Mitgliedskirchen in die baden-württembergische Landeshauptstadt kommen. Doch nicht nur lutherische Christen aus aller Welt werden erwartet, sondern auch Gäste aus der weltweiten Ökumene, aus Politik, Kultur und Wirtschaft.

Gelbe Karte für das Auswärtige Amt
Dass vier junge Afrikaner, die die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes besuchen wollten, nicht nach Deutschland einreisen dürfen, ist ein Skandal, findet Rundfunkpfarrer Andreas Koch in seinem neuesten Blog. Die Bundesregierung habe dafür die gelbe Karte verdient. mehr 
www.kirchenfernsehen.de

ALPHA & OMEGA. Von Winnipeg nach Stuttgart: internationales Lutheranertreffen
Es ist eine besondere Ehre für Stuttgart. Rund 400 Delegierte und 1.600 Gäste aus der ganzen Welt treffen sich zur Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB). Das Motto der Veranstaltung: "Unser tägliches Brot gib uns heute". In der Alpha & Omega-Sendung geht es um Nachhaltigkeit, eine gerechte Welt sowie um HIV und...Beitrag ansehen
Wichtige Links:
Weitere Informationen rund um die Vollversammlung
Download von Dokumenten zum Thema
Textbausteine für den Gemeindebrief zum Download
Songs werden aufgenommen (Presseinformation vom 23. Februar 2010)
Sonderbriefmarke zur Vollversammlung erschienen (Pressemeldung vom 21. Mai 2010)
"Es läuft alles nach Plan"
Mehr über die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes erfahren Sie im Interview mit Klaus Rieth. mehr 

Grußworte der Bischöfinnen und Bischöfe
Als Einstimmung auf die Vollversammlung haben bereits zahlreiche Bischöfinnen und Bischöfe aus lutherischen Kirchen ihre Gedanken zum Motto der Versammlung "Unser tägliches Brot gib uns heute." geschickt. mehr 
Ansprechpartner für die Tagung
Der Lutherische Weltbund hat den Deutsch-Kanadier Prof. Erwin Buck zum Koordinator für die inhaltliche Vorbereitung ernannt.
Anfragen und Informationen zur Organisation gibt es unter:
E-Mail:
office@assembly2010.de
Telefon: 0711 99337981
Weiterführende Links
www.lwb-vollversammlung.org
Aktuelles und Detailinformationen zur Vollversammlung in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch
Lutherischer Weltbund (LWB)Deutscher Internetauftritt des Lutherischen Weltbundes
www.lutheranworld.org
Internetauftritt der Lutheran World Federation (LWF) [Englisch]
Unter dem Motto "Unser tägliches Brot gib uns heute" steht auch ein Erzählwettbewerb der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Gemeinden und Einzelpersonen können dabei ihre "Brotgeschichte" erzählen: Erlebnisse und Erfahrungen des Mangels sowie geschenkter Fülle. Die Geschichten, die nicht länger als drei A4-Seiten sein sollten, sind bis 15. August an
brotgeschichten@velkd.de zu senden.
Weitere Informationen unter:
http://www.velkd.de/brotgeschichten_wettbewerb.php
Die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart wird von der
Evangelischen Kreditgenossenschaft eG unterstützt.







