Pressemitteilung vom 16.05.2009:
Gemeinden sozial stark engagiert
Preisträger des Wettbewerbs „Familienfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet
Beim Empfang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zum Reformationsjubiläum am 16. Mai 2009 hat Landesbischof Frank Otfried July den Preis „Familienfreundliche Gemeinde“ vergeben. Ausgezeichnet wurden der Mittagstisch und Tafelladen der Stadtkirche in Balingen „Essen und Mehr“, das Mehrgenerationenhaus in Öhringen sowie der Tübinger Arbeitslosentreff TAT e.V. Die drei Initiativen erhalten als Preisgeld jeweils 1.000 Euro.Seit 1998 ist das Mehrgenerationenhaus in Öhringen ein Nachbarschaftszentrum, in dem sich Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft und verschiedener religiöser Zugehörigkeit treffen können. Im Jahr 2007 wurde aus dem Nachbarschaftszentrum ein Mehrgenerationenhaus, das in Kooperation mit der diakonischen Bezirksstelle, dem evangelischen Bezirkskantorat, dem Gemeindediakon, der evangelischen Jugendhilfe, der Evangelischen Stiftung Lichtenstein von der evangelischen Kirchengemeinde Öhringen betrieben wird. Zu den Angeboten gehören unter anderem eine offene Sprechstunde für Familien mit finanziellen, sozialen oder zwischenmenschlichen Problemen, ein Elterncafé mit qualifizierter Kinderbetreuung.
Der Tübinger Arbeitslosentreff TAT e.V. besteht seit etwa zehn Jahren. Hervorgegangen ist er aus der Arbeit einer Kirchengemeinde in Tübingen. TAT e.V. wird vom Kirchenbezirk Tübingen unterstützt. Der Treff bietet jeden Donnerstag ein Frühstück für Interessierte, zu dem bis zu 30 Gäste kommen. Viele Teilnehmer haben nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern auch mit Einsamkeit, Isolation und vielfältigen psychischen Belastungen. TAT e.V. versucht Betroffene – und damit auch ihre Familien – während der Arbeitslosigkeit zu begleiten und zu unterstützen.
Das Projekt Mittagstisch „Essen und Mehr“ in Balingen läuft seit Januar 2006 und bietet zwei Mal pro Woche ein Mittagessen. Zu Gast sind dabei im Schnitt 60 bis 80 Personen, für das Mittagessen zahlt jeder das, was er kann. 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen in der Küche und beim Bedienen. Das „Mehr“ im Namen der Aktion steht für zwischenmenschliche Kontakte, Wohnungsvermittlung und anderen Hilfen. Im Tafelladen sind 456 erwachsene Kunden registriert, davon 149 Einzelpersonen, 254 Erwachsene und 53 Alleinerziehende mit Kindern.
Bei der Auswahl der Preisträger legte die Jury besonderen Wert darauf, dass die Angebote verschiedene Bevölkerungsgruppen miteinander vernetzen, sozial Schwache erreichen und auf mehrere Jahre angelegt sind. Darüber hinaus stand auch die Frage im Mittelpunkt, ob die Hilfsbedürftigen wertgeschätzt werden und ihnen auf gleicher Augenhöhe begegnet wird. Zusätzlich war es den Juroren wichtig, Aktionen auszuzeichnen, die unterschiedliche christliche Gruppen, Kreise und Einrichtungen miteinander verknüpfen.
Der Preis des Landesbischofs „Familienfreundliche Gemeinde“ wurde zum ersten Mal im Jahre 2005 verliehen. Damals wurden Aktionen ausgezeichnet, die eine an Familien orientierte Gemeindearbeit leisten. Unter dem Motto „Suchet der Stadt Bestes“, sollten sie in die Stadtteilarbeit eingebunden und mit der kommunalen Arbeit vernetzt sein.
Christian Tsalos
Das Kirchenfernsehen stellt die drei Projekte vor
475 Jahre Landeskirche
Druckfähiges Bildmaterial der Preisverleihung
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